Prostata-Operation wegen Prostata-Krebs

Die radikale Prostatektomie ist durch die Prostatavorsorge und die Früherkennung durch den PSA-Test (prostataspezifisches Antigen) im Blut zur häufigen urologischen Operation geworden. Mit Hilfe der radikalen Entfernung eines auf die Prostata beschränkten Krebsleidens kann eine Heilung erzielt werden. Derzeit sind etwa 60 – 80 % aller Männer, bei denen durch Frühdiagnose eine bösartige Veränderung in der Prostata erkannt wurden, heilbar.

Vorrangiges Ziel ist es den Prostatakrebs so zu entfernen, daß keine Prostatakrebszellen im Körper zurückbleiben. Bei geringer Ausbreitung von Krebs in der Prostata kann die Drüse mit einer subtilen Operationstechnik entfernt werden ohne, dass der Patient einem erhöhtem Krebsrisiko ausgesetzt wird. Dann kann auch die Potenz und die Harnkontinenz, letzteres heißt Harnhalten ohne Harnverlust, bewahrt werden.

Üblicherweise ist diese Operationsmethode standardisiert, jedoch sind unterschiedliche Techniken zur Potenz- und Kontinenzerhaltung gebräuchlich.

Von mir wird die Operationsmethode mit Bauchschnitt (radikale retropubische Prostatektomie) favorisiert, da es hier übersichtlicher gelingt die wesentlichen Strukturen für die Erhaltung der Nerven für die Potenz zu schonen, und den Schließmuskelmechanismus intakt zu halten. Bei fraglicher Tumorausdehnung können hier auch ihm Rahmen des gleichen Eingriffs Lymphknoten zur histologischen Untersuchung eingesandt werden. Noch während der Operation erlaubt diese intraoperative Diagnostik dem Chirurgen eine sichere Technik ohne Gratwanderung zwischen Radikalität und Bewahrung der Potenz.

Der operative Zugang zwischen After und Hodensack, die sogenannte perineale Prostatektomie hat technische Vorteile, besonders bei Patienten mit kleiner Prostata, niedrigem PSA-Wert und Patienten mit Wirbelsäulenveränderungen bei denen eine flache Rückenlage oder ein Abkippen des Operationstisches aus der Rückenlage nicht möglich ist.

Die Knopflochtechniken (laparoskopische radikale Prostatektomie) ist noch in Entwicklung. Auf Grund der technischen Möglichkeiten ist es hier noch schwierig dem Wunsch nach einer Potenzerhaltung nachzukommen. Es kann aber sein, daß in der Zukunft diese Operationstechnik auch hier auf breiter Basis alle Wünsche nach geringer Operationsbelastung und Potenzerhaltung vereinigt.