Cystourethrogramm

Eine cystourethrographische Untersuchung kann auf verschiedene Art und Weise durchgeführt werden. Es hat sich vor allem das Doppelkontrastcystogramm und bei uns in Wien, das dynamische Cystourethrogramm bewährt. Es wird die gesamte Untersuchung im Stehen durchgeführt, nachdem ein Einmalkatheter fixiert oder ein strahlendichter Dauerkatheter in die Harnblase eingeführt wurde. Eine Flasche mit Kontrastmittel wird in einem Abstand von 40cm über das Symphysenniveau angebracht. Über den Katheter wird Kontrastmittel in die Blase infundiert. Dann erfolgt die Dokumentation des ersten Harndrangs, von starkem Harndrang, des Füllvolumens und von Drangepisoden. Bilder werden jeweils in entspannter Haltung im Pressen mit liegendem Katheter im a/p Strahlengang, sowie exakt seitlich durchgeführt. Nunmehr, nach Katheterentfernung wird im schrägen Strahlengang in Ruhe, beim Husten, beim Pressen, bei der Miktion und schließlich postmiktionell ein Bild angefertigt. Es erfolgt die Beurteilung der anatomischen Verhältnisse zwischen entspannter Patientin und bei Streßmanövern. Objektivierbarer Harnverlust wird nachgewiesen und dokumentiert, denn die meisten streßinkontinenten Frauen sind im Stehen selten in der Lage, Harnverlust zu unterdrücken. Es wird die Hypermobilität des Blasenhalses beschrieben, ein Deszensus der vorderen Vaginalwand (Cystocele: rotatorisch oder vertikal), eine Striktur, Fistel, urethrales Divertikel oder Restharn.