Cysto-Urethroskopie

Zum Ausschluß pathologischer Veränderungen in der Harnröhre und Harnblase wird eine Cystourethroskopie durchgeführt. Eine sorgfältige zielgerichtete Cysto-Urethroskopie gibt zahlreiche Hinweise bei der Untersuchung wegen einer Streßinkontinenz der Frau. Bei einer Detrusorinstabilität findet sich häufig eine reduzierte Kapazität der Harnblase. Trabekel und Pseudodivertikel sind Ausdruck gesteigerter Detrusoraktivität bei instabilem Detrusor. Das Öffnen des Blasenhalses zeitgleich mit dem Auftreten einer Drangsymptomatik deutet auf eine Detrusorinstabilität hin. Eine Streßinkontinenz infolge Blasenhalsinkompetenz ist durch einen stark beweglichen Blasenhals und proximale Harnröhre beim Husten und Pressen gekennzeichnet. Häufig bemerkt man gleichzeitig eine Senkung des Blasenbodens und/oder der Urethra als Ausdruck einer Cystocele und/oder Urethrocele. Hinweise auf eine interstitielle Cystitis oder andere Schädigung der Blasenwand ergeben sich durch Rarefizierung der urothelialen Gefäße, sowie ein Brechen und eine Glomerulisierung der Gefäße und eine reduzierte Blasenkapazität. Hier sollte eine cytologische Untersuchung, sowie eine Untersuchung in Spinalanästhesie durchgeführt werden, bei der die Dehnung der Blasenwand unter bestimmten Druckbedingungen bestimmt und eine Biopsie der Blasenwand durchgeführt wird. Weiters kann eine sogenannte "Low Resistance Inkontinenz" beurteilt werden, wenn das Urethroskop ohne Widerstand im Sphinkterbereich in die Blase eindringen kann und zudem bei noch stärkerer Füllung der Blase Harn neben dem Cystoskopschaft austritt. Eine starke Anhebung des Blasenbodens nach einer stattgefundenen Suspensionsoperation weist auf eine operative Überkorrektur hin, besonders dann wenn das Urethroskop nur gegen einen starken Widerstand vorschiebbar ist.