Freier Uroflow

Der freie Uroflow ist eine nichtinvasive urodynamische Untersuchung die eine gobe Information über den Miktionsablauf gibt. Zur Interpretation ist u.a. wichtig ob der Kurvenverlauf ein obstruktives Kurvenmuster hat, ob die Kurven intermittierend aufgezeichnet werden, ob die Harnflußrate sehr niedrig ist und eine terminale Miktionsverlängerung besteht. Bei streßinkontinenten Frauen findet sich häufig ein "Superflow". Die Flowkurve beginnt mit einem initial rasanten Anstieg. Durch das niedrige Kontinenzniveau am externen Sphinkter infolge offenem Blasenhals, fällt der Harn gleichermaßen bei Relaxierung des Beckenbodens aus der Harnröhre.

Eine Knickbildung in der Harnröhre infolge Absenkung der vorderen Vaginalwand kann zur subvesikalen Obstruktion führen und ein dafür charakteristisches Kurvenbild liefern. Ähnliche Miktionsmuster können durch eine Detrusorhyperkontraktilität bedingt sein. Frauen mit Detrusorhyperkontraktilität haben oft stark verkürzte Flowzeiten mit einem hohen Maximalflow (Qmax) bei kleinen Harnmengen. Restharn kann durch eine Detrusorhyperkontraktilität oder durch eine Cystocele bei der Frau bedingt sein.

Eine freie Flowkurve ist außerdem zur Beurteilung der Druckflußkurven der Frau wichtig, da die Invasivität, durch die Meßkatheter, häufig in den miktiometrischen Kurven ein obstruktives Miktionsmuster im Kurvenbild vortäuscht. Der Vergleich mit der freien Flowkurve erleichtert die richtige Interpretation.