Miktionsphase

Die Beurteilung der Relation von Detrusordruck und Flow ist bei Männern von eminenter Bedeutung, um die Fälle mit eindeutiger subvesikaler Obstruktion von denen die nicht obstruktiv sind zu unterscheiden, sowie zur Beurteilung der Detrusorkontraktilität vor Operationen. Die Detrusorkontraktilität ist bei Frauen jedoch relativ, da Frauen ohne Detrusordruck einfach durch Relaxation des Beckenbodens Wasser lassen können, was wiederum die Beurteilung der Kontraktilität des Detrusors erschwert. Man kann sich jedoch mit dem sogenannten Stopptest helfen. Frauen sollten normalerweise ihren Harnstrahl unterbrechen können. bei willkürlicher Unterbrechung des Strahls wird die Detrusorkontraktion isometrisch bis zu einem Kontraktionsmaximum (pdet-iso) gemessen. Dieser Druck repräsentiert die Kontraktionskraft des Detrusors. Er ist vor Operationen von großer Bedeutung, besonders dann wenn die Operation den urethralen Widerstand erhöht. Besteht eine Hypokontraktilität des Detrusors bereits präoperativ, wie das besonders bei älteren Frauen häufig ist, besteht die Gefahr einer postoperativen Harnretention, die möglicherweise sogar eine intermittierenden Selbstkatheterismus notwendig macht. Bei solchen Untersuchungsergebnissen muß sich die Aufklärung darauf ausrichten. Durch Verschluß des Blasenhalses mit einem Ballonkatheter kann auch die Kontraktilität geprüft werden. Diese Vorgangsweise kann aber auch dann notwendig werden, wenn bei einer massiven Inkontinenz die Blase nicht zu füllen ist und die Compliance und oder zystometrische Blasenkapazität bestimmt werden soll.