Urodynamik

Die urodynamische Untersuchung wegen Harninkontinenz gibt uns zahlreiche wichtige Informationen, die untrennbar von Anamnese, urologischem Status, Zystoskopie, urogynäkologischer Untersuchung und Urethrozystographie zu sehen sind. Einzelne Parameter und Untersuchungsbefunde haben meist keine Bedeutung, nur die Zusammenschau aller Befunde ergibt mosaikartig ein klares Bild eines spezifischen Problems einer Patientin, die an Harninkontinenz leidet oder eines Mannes mit subvesikaler Obstruktion.

Anamnese
Harnuntersuchung
Freier Uroflow
Zystomerie
Füllungsphase
Miktionsphase
Video-Urodynamik
Urethradruckprofil (UPP)
Statisches Urethradruckprofil (UPP)
Stress-Urethradruckprofil
Elektromyogramm
Cysto-Urethroskopie
Harnröhrenkalibrierung
Urogynäkologische Untersuchung
Cystourethrogramm
Harninkontinenz beim Mann

Zusammenfassung

Bekannterweise ist die Symptomatik der Harninkontinenz alleine irreführend. In den siebziger Jahren konnte auch der erfahrene Urodynamiker nur in 50% eine richtige Diagnose stellen, wenn sie alleine auf Symptomatik und körperliche Untersuchung beruhte. Heute stellen die urodynamischen Studien einen wesentlichen Teil der Untersuchung inkontinenter Frauen und Männer dar und sie sind notwendig zur Erstellung der richtigen Diagnose. Falls dieser Untersuchungsweg nicht eingehalten wird, wird die Behandlung nach empirischen Gesichtspunkten angelegt und dementsprechend wird ihr Erfolg enttäuschend sein.

Urodynamische Studien haben gezeigt, daß ein Drittel der Männer, die nur auf Grund ihrer Symptomatik prostatektomiert werden, gar kein funktionell wirksames Abflußhindernis durch ihre Prostata aufwiesen. Diese Zahlen steigen im höheren Alter weiter an, da eine kleinere Blasenkapazität und eine Hypersensibilität des Detrusors zur Drangsymptomatik führen können und damit zu erhöhter Miktionsfrequenz, Nykturie und sogar Dranginkontinenz. Nur die urodynamische Untersuchung (Druck-Flußstudie) kann diesen Patienten eine unnötige Operation ersparen und die Indikation für zielführende medikamentöse oder edukative Behandlungformen stellen.